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Alt 17.09.2009, 00:16   #1
rockbar
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Test/Kritik/Kurzbericht zu NFS Shift auf Xbox 360

Hier mal meine Eindrücke zum Spiel. Weil es so lang ist habe ich einen eigenen Thread eröffnet.


_______________________


Shift ist ein gutes Rennspiel – aber ist es ein Need for Speed?
Die Entscheidung, sich auf das Wesentliche, das Fahren, zu konzentrieren und im Gegenzug einige Features der vorherigen Teile wegzulassen, erscheint mir richtig.
Als Fan von NFSMW vermisse ich logischerweise die offene Welt, die Verfolgungsjagden und die zugängliche, um nicht zu sagen simple Steuerung, und auch an das stimmige Gesamtkonzept denke ich mit Wehmut zurück.
Nur: Wenn man akzeptiert hat, dass Shift mit den letzten NFS-Teilen (mit Ausnahme von ProStreet) bricht und eine neue Seite im Buch aufschlägt, erkennt man, dass NFS Shift durchaus ein tolles Spiel ist – wenn auch mit Macken.
Ich habe das Spiel heute für Xbox 360 gekauft und ausführlich gespielt, als Schwierigkeitsgrad habe ich das zweitschwierigste von vier Auswahlmöglichkeiten, also „Erfahren“ eingestellt.


Grafik/Effekte:
Die Grafik ist an sich sehr gut (ich beziehe mich auf die Xbox 360-Version). Die Texturen der Strassen sind scharf und die Autos sehen sehr realistisch aus. Die Farbgebung ist ebenfalls gelungen, die Zeiten von dominanten Brauntönen wie zuletzt in NFS Undercover sind jedenfalls vorbei.
Die Reflektionseffekte machen Eindruck, und auch das Geschwindigkeitsgefühl wird durch passend und bewusst gesetzte Unschärfeeffekte sehr gut vermittelt.
Auch die Effekte bei einem Unfall, also ein verschwommenes Schwarzweissbild und ein deftiges Schütteln und Krachen, machen ordentlich was her, genauso wie die wunderschön gestalteten Interieurs.
Ich selbst habe jedoch grundsätzlich mehr erwartet. Die Umgebung sieht etwas hölzern aus, und auf den Screenshots wirkte Shift definitiv schöner.
Im Bereich der Grafik ist durchaus noch Luft nach oben vorhanden. Nichtsdestotrotz ist die Grafik beeindruckend.
8/10


Sound:
Die Soundkulisse ist, wie nicht anders erwartet, beeindruckend. Die Motoren röhren, man hört die Lader pfeifen und die Reifen quietschen. Auch die Geräusche bei Unfällen und Rempeleien sind adäquat umgesetzt.
Einige Personen haben geschrieben, dass ihnen die Musik während des Rennens fehlen würde. Man muss jedoch nur in den Audioeinstellungen die Musiklautstärke während der Rennen auf 100% stellen. Standardmässig ist sie auf 0% eingestellt.
10/10


Gameplay:
Der Vinyleditor ist eine mittlere Katastrophe, unkomfortabel und umständlich. Ausserdem sind die Ladezeiten sehr lang (mehr als eine halbe Minute im Falle der Xbox) und wenn man beim Händler die Autos durchblättert, muss man sich mit Verzögerungen herumschlagen. Des weiteren hat man keine frei drehbare Kamera beim optischen Tuning zur Verfügung.
Die Menus sind gut strukturiert und nüchtern gehalten.
6,5/10


Fahrphysik:
NFS Shift könnte man auch NFS Drift nennen. Die Autos sind durchs Band extrem leicht zum Ausbrechen zu bringen und übersteuern sehr stark. Dadurch kommt man um praktisch keine Kurven, ohne an Grip zu verlieren. Die stärkeren Autos wie der Ford GT schwimmen praktisch auf der Strecke. Mit dem allzu leichten Ausbrechen des Hecks wollte man wohl Realismus simulieren, nur haben sie es etwas übertrieben.
Die Autos hüpfen bei Bodenwellen recht stark, und wenn man mit zwei Rädern auf den Grasstreifen fährt, endet es meist in einem unfreiwilligen Dreher.
Positiv ist, dass die relativ zahmen Tier1-Fahrzeuge grosse fahrdynamische Unterschiede zu den stärkeren Modellen aufweisen, nicht wie in Most Wanted, wo man den Golf gleich einfach bändigen konnte wie den Carrera GT.
Grundsätzlich beurtelile ich die Fahrphysik aber als positiv, sie lässt sich am ehesten noch mit Race Driver GRID vergleichen oder mit den DTM Race Driver-Teilen von Codemasters. Von allen NFS-Teilen ist sie ProStreet am nächsten.
Mit der Fahrphysik von NFSMW und Konsorten hat Shift wenig bis nichts am Hut, was nicht heissen will, dass es eine brettharte Simulation ist. Es ist immer noch Arcade, nur eben fordernd. Ich empfinde die gewählte Balance als gerade richtig. Man beisst nicht vor lauter Frust ins Gamepad, aber man kann auch nicht mehr total hirnlos das Gaspedal runterdrücken wie bei NFS Carbon oder NFS Most Wanted.
8,5/10

Fuhrpark:
Die Auswahl an Autos ist vielfältig und es sollte für jeden etwas Passendes dabei sein. Grundsätzlich wünschenswert wären mehr Oldtimer und unkonventionelle Exoten wie ein Wiesmann oder ein Apollo statt der immergleichen Audis und BMWs.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass gewisse Autos aus Vorgängerspielen einfach wegfallen, obwohl man die 3D-Modelle und mutmasslich auch die Lizenzen in petto hat. Beispiele: Porsche 997 Turbo, BMW M6, Alfa Romeo Brera, Jaguar XKR.
7,5/10


Karriere:
Die Karriere ist relativ linear. Man absolviert verschiedene Rennen, teils mit den eigenen Autos und teils mit vorgegebenen Serienmodellen. Den Grundgedanken des Sternesammelns und Levelaufstiegs beurteile ich als in Ordnung. Durch abwechselnde Strecken und Spezial-Events kommt (zumindest am Anfang) keine Langeweile auf.
Die Anzahl der gesammelten Sterne hängt zum einen vom Podestplatz ab, zum anderen jedoch von der erreichten Punktzahl für Spezialmanöver wie Rammen während des Rennens. Mit gesammelten Sternen kann man neue Wagengruppen oder Rennserien freischalten. Ich hatte bis jetzt nie Geldprobleme.
Die anfangs motivierenden Belohnungen für genaues oder aggressives Fahren nerven mit der Zeit. Man hat das Gefühl, dass man völlig unabhängig vom Verhalten dauernd belohnt wird. Man überholt, man bekommt Punkte. Man rammt (absichtlich oder unabsichtlich) einen Gegner, man bekommt Punkte. Man fährt auf der Ideallinie, man bekommt Punkte. Es wundert mich, dass man nicht auch noch Punkte aufs Konto bekommt, wenn man vor dem Fernseher den Kopfstand macht oder einen fahren lässt.
Ausserdem verwirren die unzähligen Medaillen mit Unterkategorien und Spezialausführungen.
Die Karriere ist okay, aber kein Feuerwerk an Kreativität oder Einfallsreichtum. Eine Motivation wie eine Blacklist wäre angebracht. Dennoch ist das altbekannte Gefühl „Nur noch dieses eine Rennen“ immer wieder da.
8/10


Spielmodi:
Neben normalen Rennen machen vor allem die Spezialevents mächtig Laune, insbesondere die Car-Battles, also 1 gegen 1- Rennen über drei Durchgänge mit ähnlich starken Wagen, lassen den Adrenalinspiegel steigen.
Die Herstellerrennen, in denen alle Spieler den gleichen Wagen fahren, empfinde ich als viel zu leicht.
9/10


Gesamteindruck:
NFS Shift ist, wie bereits geschrieben, ein erstklassiges anspruchsvolles Arcade-Rennspiel. Ob es den Namen Need for Speed noch verdient, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Nach der Enttäuschung „Undercover“ ist NFS Shift sicherlich in allen Belangen auf einem höheren qualitativen Niveau.
Die Grafik ist auf einem modernen Stand, und die bombastischen Effekte lassen den Mund offen stehen. Die Sounds sind wie gewohnt ein absolutes Fest für die Ohren. Die Karriere motiviert, und einige Spielmodi sind echt schweisstreibend.
Dennoch hat NFS Shift mit kleineren Macken wie übertriebem Übersteuern oder unnötig umfangreichen Medaillen zu kämpfen.
Teilweise fehlt den Spiel die Atmosphäre und die Spannung eines Most Wanted. Manchmal wirkt das ganze Szenario steril und unterkühlt.

Leuten, denen ProStreet gefallen hat, oder aber auch DTM Race Driver, lege ich das Spiel wärmstens ans Herz.

GESAMT: 57,5 von 70 möglichen Punkten. Das entspricht 82%

Geändert von rockbar (17.09.2009 um 20:11 Uhr)
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Alt 17.09.2009, 06:54   #2
masterJack
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Sehr gut geschrieben. Gefällt mir gut dein Bericht. Da kann sich PCGames ne Scheibe von abschneiden.

Gibt ne 1+ von mir!
__________________
masterJack ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2009, 13:34   #3
rockbar
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Danke Habe gerade festgestellt, dass man in während den Rennen durchaus auch Musik hören kann - einfach bei den Audioeinstellungen "Musik während des Rennens" auf 100% stellen. Standardmässig ist es auf 0%.

Habe es auch oben in der Kritik geändert.
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Alt 17.09.2009, 17:13   #4
Robsen
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Ort: Ahaus
Beiträge: 8.087
Thumbs up

Jup, wirklich gut geschrieben.
Und danke.
Wegen dir ärgere ich mich noch mehr, dass scheinbar just in dem Moment es keiner mitbekommen hat, als der Postbote mit dem Päckchen geklingelt hat.
Halt doof, wenn man als ersten von der Arbeit kommen, einen orangenen Zettel im Briefkasten findet -.-
Aber egal, gehe ich halt morgen hin und hole es ab.
__________________


Robsen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2009, 20:40   #5
Locutus
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Ort: Wien
Beiträge: 9.175
Danke.
__________________
I am Locutus, of Borg. Resistance is futile. Your life as it has been, is over. From this time forward, you will service us.
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Alt 23.09.2009, 23:13   #6
FlayingDodge
Beginner
 
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Registriert seit: 29.11.2007
Ort: München
Beiträge: 84
mir taugt das spiel auch allein wegen der grünen hölle ein kaufgrund doch langsam wird es bissal langweilig aber das driften und co bringt doch abwechslung 8/10 punkten von mir

mfg FlyingDodge
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